
Auf dieser Seite möchte ich meinen Bulli einmal aus der Nähe vorstellen. Nicht nur, weil ich (no na) ein bisserl stolz auf die komplett im Eigenbau entstandene Campingeinrichtung bin,, sondern auch, weil ich aufgrund langjähriger Bus- und Camping-Erfahrung überzeugt davon bin, daß es zwar sicher noch Kleinigkeiten zu verbessern gäbe, sich die Raumaufteilung und -nutzung aber gut bewährt hat.
Sicherlich haben andere Camper, die beispielsweise nicht mit Kind verreisen, andere Bedürfnisse, dennoch sollen die folgenden Bilder und Beschreibungen auch als Anregung dienen.
Mein Bulli ist ein 1966er Kombi mit 44PS-Motor. Der Bus ist
äußerlich und technisch gesehen weitgehend im Originalzustand. Nicht
original sind lediglich die beiden zusätzlichen Blinker auf dem Fahrerhausdach,
die ursprünglich vom Käfer stammen, sowie zusätzliche Blinker
und Bremslichter hinten, wofür ich Signalleuchten von SKW mit Chromring
verwendet habe, die vom Alter und Stil her zum Bus passen und von den meisten
Nicht-Spezialisten für original gehalten werden.
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Zunächst einmal das Wichtigste während der Fahrt: Der "Arbeitsplatz".
Die Instrumente sind minimalistisch, zusätzlich zur Original-Benzinuhr
befindet sich daneben noch eine zweite für den zweiten Treibstofftank,
und rechts vom Tacho ein Voltmeter. Das Autoradio mit MP3-CD-Player war
ein Zugeständnis an die heutige Zeit, leider wurde es kürzlich
mitten in Wien, der laut Aussagen namhafter Politiker "sichersten Großstadt
Europas" gestohlen. Der Autokompaß von Airguide hat uns schon oft nützliche Dienste beim Orientieren geleistet. Ebenfalls ein "Extra" ist der Lenkradknopf, mit dem das Fahren von Kurvenstraßen noch mehr Spaß macht. Im Serienmäßigen Handschuhfach ist Platz für eine Tasche, in der Verbandszeug und Pannendreieck verstaut sind. Leider hat der Auto-Einbrecher sie auch gleich mitgenommen. Wünschen wir ihm, daß er sie bald brauchen wird. |
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Nicht ganz so nüchtern und sachlich geht es hinter dem Fahrersitz zu: Hier, an der Trennwand zum Küchenblock, hängen die beiden "100.000-Kilometer" - Plaketten, die sich der Bus redlich verdient hat, das Original-Emailschild vom Autohaus Liewers (außen, wo es montiert war, wäre es wohl längst von Souvenirjägern gestohlen worden) und ein Bild, das den Bus im Zustand von vor 15 Jahren zeigt, als er noch eine bunte Hippie-Bemalung und das "Känguruh-Gitter" an der Front hatte. Ganz außen bei der Türe sind auch die Sicherungsautomaten erkennbar, mit denen Kühlschrank, Wasserpumpe u.s.w. abgesichert sind, sowie eine Steckdose für Geräte mit Zigarettenanzünder-Anschluß. Bei genauem Hinsehen erkennt man auf diesem Bild auch die 3cm-Stahlrohre, die links und rechts vom Fahrerhausdurchstieg zwischen Boden und Dach eingeschweißt sind. Dazu noch später. Hinter dem Fahrersitz ist in Griffweite der Feuerlöscher befestigt. Durch Vorklappen des Sitzes wird ein Fach zugänglich, in dem Akkustation, Suchscheinwerfer, Handlampe und 12V-Kompressor untergebracht sind. Ganz außen kann man bei näherem Hinsehen auch einen "Gardena"-Schlauchanschluß erkennen. Hier läßt sich ein Schlauch anstecken, über den die eingebauten Wassertanks direkt befüllt werden können. Der Kindersitz von Storchenmühle hat ein massives Metallrohrgestell, das fest mit dem Bus verbunden ist. So sitzt der Kleine mit dem Rücken zum Beifahrersitz und hat einen guten Blick nach draußen. An der kurzen Metallstange über dem hinteren Türgriff läßt sich ein kleines Tischchen einhängen, auf dem man während der Fahrt Bilderbücher und Spielsachen ablegen kann. Auf diesem Bild erkennt man auch das zweite, beifahrerseitige Stahlrohr, das den Durchstieg zum Fahrerhaus begrenzt. Diese Rohre wurden eingeschweißt, nachdem aus der Fahrerhaustrennwand ein Stück von der Breite der ursprünglichen Reserveradmulde herausgeschnitten wurde, um einen Durchstieg zu schaffen. Zusätzlich wurde die Doppelsitzbank samt Halterung vorne entfernt und durch einen einzelnen Sitz ersetzt. |
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Der Küchenblock enthält alles, was man braucht, um unterwegs die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz kommen zu lassen. Kühlschrank von Elektrolux, zweiflammiger Gaskocher, Abwasch. Unter dem Tisch sind der Abwasserkanister und dahinter der einzelne herausnehmbare Frischwasserkanister erkennbar; zwei weitere, fest eingebaute Tanks sowie eine 5-kg-Propangasflasche befinden sich dahinter und sind durch Herausnehmen der Kanister zugänglich. Hier sieht man auch noch die alte Propangas-Konvektorheizung, die spätestens nach dem Einbau der Eberspächer-Standheizung, die ich neulich über Ebay erworben habe, ersetzt wird.
Im Dachraum seitlich zwischen Fenstern und Schiebedach finden mehrere Ablagefächer Platz, in denen sich nützliche Kleinigkeiten unterbringen lassen. Tee, Kaffee, Zucker, Waschzeug und Seife, Zahnbürsten u.s.w. Im Kastl direkt hinter dem Fahrersitz Becher und Häferln sowie Küchenrolle und Besteck. Ebenfalls sichtbar der Wasserkocher, der sich z.B. an Bord einer Fähre nützlich erweist, wo man kein Propangas verwenden darf. |
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Aber auch die Erwachsenen wollen es gemütlich haben. Der in warmen Farben gehaltene Innenraum enthält eine gepolsterte Sitzbank mit großem Tisch. Die Plastikleiste, die den Rand der abgerundeten Platte umschließt, verhindert, daß kleine Gegenstände vom Tisch rollen können, wenn der Bus nicht ganz waagrecht steht. |
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Auf der rechten Fahrzeugseite gibt es noch ein geräumiges Kastl zwischen Tür und Sitzbank. Auch der Platz auf der Innenseite der Tür ist durch ein offenes Regal optimal ausgenützt. Hinter dem letzten Seitenfenster befindet sich ein kleines Bücherregal, wo Reiseführer und Lektüre so stehen können, daß sie während der Fahrt nicht herausfallen können. |
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Der Tisch läßt sich mit zwei Handgriffen aus seiner Halterung entfernen und kann z.B. in der Nacht als Trennwand zum Fahrerhaus eingesetzt werden. |
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Einer der gravierendsten Umbauten an meinem Bus ist das Falschiebedach. Es handelt sich dabei um ein Original "Golde" Dach mit einer Länge von 2,4 Metern und einer Breite von 1,2 Meter, das ursprünglich in einem VW-"Samba"-Bus eingebaut war, der verschrottet wurde. Da dieses Dach jedoch auch für den Kombi als Sonderausstattung erhältlich war, kann man reinen Gewissens von einem "Originalteil" sprechen. Wenn man das Dach aufmacht, hat man nicht nur "Stehhöhe", sondern fühlt sich wie auf einer Sonnenterrasse. |
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Wenn man die Polster entfernt, die lose aufgelegt sind, kann
man die Sitzbank in Minutenschnelle in eine Liegefläche verwandeln.
Ich habe wohl kaum ein "Möbelstück" im Bulli im Laufe
der Jahre so oft umgebaut wie die Sitz/Liegebank, wobei die meisten Mechaniken,
die es im Handel gibt, entweder zu schwergängig oder für dieses
Modelljahr nicht geeignet waren.
Zunächst wird einmal die Sitzfläche nach oben geklappt, wobei auch gleich der große Stauraum unter der Bank sichtbar wird. Hier ist soviel Platz, daß sogar ein komplettes Schlauchboot hereinpaßt. Rechts im Bild ist ein gelber Schraubdeckel erkennbar, der zur Reinigung des fest eingebauten Wassertanks dient. Unter der Abdeckung im vorderen Bereich des Stauraumes befindet sich ein weiterer Umbau: der zweite Treibstofftank. Es handelt sich auch hier um ein "Originalteil", das auch völlig "Typenkonform" eingebaut wurde: Normalerweise sitzt der Tank beim Bulli über der Hinterachse. Lediglich beim Pritschenwagen ist er vor dieser untergebracht, da der Einfüllstutzen sonst über der Ladehöhe der Pritsche zu liegen käme. Da aber sämtliche Typen das gleiche Bodenblech verwenden, sind auch beim Bus die Sicken und Befestigungsstellen an der Stelle, wo der Tank bei der Pritsche läge, vorhanden. Genau hier habe ich den zweiten Tank montiert, wodurch sich die Treibstoffmenge von 42 auf 84 Liter erhöht. Man kommt damit bei treibstoffsparender Fahrweise auf eine Reichweite von 700 km ohne Tankstop, was z.B. ausreichen würde, um von der ungarischen zur griechischen Grenze zu fahren, ohne in Serbien oder Mazedonien tanken zu müssen. Zurück zur Sitzbank: Im Gegensatz zu allen anderen mir bekannten, schwergängige Bank-Mechanismen "rollt" der Schwerpunkt der Bank bei meinem Eigenbau auf seitlichen Gleischienen nach vorne. Die gesamte Liegefläche besteht aus vier Teilen, von denen der hinterste fest montiert ist, die übrigen drei sind mit Klavierbändern verbunden. Auf diesen Bildern ist erkennbar, wie die Bank im eingeklappten Zustand "zusammengefaltet" wird. Die Mittelachse der Rückenlehne bewegt sich dabei entlang einer geraden Linie vorwärts. Beim Ausziehen der Bank bewegt sich die Oberkante der Lehne nach unten, während die Unterkante nach oben schwenkt Die Skizze zeigt, wie sich die einzelnen Platten beim Aufklappen der Bank bewegen. |
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Im fertig ausgeklappten Zustand liegt die Liegefläche fahrerseitig auf einer Holzleiste fest auf, auf der Beifahrerseite wird sie durch ein Flacheisen, das in den auf den vorigen Bildern sichbaren Torbandzapfen eingehängt wird, abgestützt. Vier massive Riegel rasten seitlich in die Metallschienen ein. |
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Jetzt kann man es sich schon bequem machen. Es fehlt nur mehr das Bettzeug, und angenehmen Träumen im rollenden Schlafzimmer steht nichts mehr im Wege. |
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Im aufgeklappten Zustand wird außerdem hinter der Lehne der Sitzbank noch ein weiterer, in der Skizze oben erkennbarer, geräumiger Stauraum sichtbar. Hier drinnen befinden sich seltener benötigte bzw. nur bei einem längeren Stop notwendige Dinge wie Schlauchbootpaddel, Vorzeltgestänge und Sonnenschirm. |
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Das Kastl fahrerseitig ganz hinten ist ein Provisorium, das ich letztes Jahr vor dem Urlaub schnell zusammengezimmert habe. Es soll spätestens nächstes Jahr durch ein leichter zugängliches Kastl mit Rolladentüren ersetzt werden. |
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Gegenüber befindet sich eine massive Klappe, hinter der Reserverad, Werkzeug und Wagenheber untergebracht sind. |
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Schließlich läßt sich noch der hintere Teil der Liegefläche komplett mittels Bettbankmechanismus hochklappen. In diesem großen, auch von außen bei geöffneter Heckklappe zugänglichen Fach sind Campingsessel und andere Campingutensilien wie Planen, Sonnensegel und Luftmatratze untergebracht. |
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Hier sieht man bei geöffneter Heckklappe nochmals das Reserveradfach, den Stauraum unter der Liegefläche sowie den außen am Heck des Wagens angebrachten Spaten. |
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Der Spaten ist gegen böse Mitmenschen mit einem Vorhängeschloß gesichert. Hier sieht man auch die ausklappbare Trittstufe, die den Aufstieg auf die Dachgalerie erleichtert. |
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Bei der Dachgalerie handelt es sich um einen Nachbau der Original-Galerie für den 67´er Samba-Bus mit Schiebedach. Sie hat exakt die richtige, bei Bussen mit Schiebedach maximal mögliche Größe. |
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Schon des öfteren haben die beiden Tankklappen an der Außenseite des Wagens und die Anweisung an den Tankwart, "Zweimal voll bitte", für etwas Verwirrung gesorgt. |
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Es sind die Kleinigkeiten, die einem Fahrzeug den letzten Schliff geben und den Unterschied zwischen einem perfekten Reisebegleiter und einem halt irgendwie eingerichteten Campingbus ausmachen: Türfeststeller als ein Beispiel, die verhindern, daß einem die Flügeltüren bei stärkerem Wind oder auf abschüssigen Parkplätzen die Schienbeine blutig schlagen. |