Österreich.


Auch in Österreich haben noch nicht auf allen Schotterstraßen Fahrverbote Einzug gehalten.
(Nördliches Weinviertel, Österreich, 1998)

Home, sweet home. Mit dem Bulli muß man nicht ins Ausland fahren, um einen wirklich schönen Urlaub zu verbringen. Zwangsläufig führten mich die meisten meiner Bulli-Fahrten natürlich - sei es in Form von Kurzurlauben oder Wochenendausflügen - in mehr oder weniger schöne Gegenden in Österreich.

Übernachten abseits von Campingplätzen: Wie in so vielen Ländern Europas ist das "freie" campen prinzipiell verboten. Die einmalige Übernachtung am Straßenrand ist dagegen erlaubt, um seine Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen. Der Rest ist Auslegungssache. Als Richtlinie gilt, daß überall dort, wo Schilder dies ausdrücklich verbieten (Innenstädte, Parkplätze am Ufer der Salzkammergutseen u.s.w.) dieses Verbot auch ernst gemeint ist. Wenn man keine Schwierigkeiten bekommen will, sollte man sich daran auch halten. Überall anders bekommt man meiner Erfahrung nach eigentlich nie Probleme. Wer die Gelegenheit dazu hat, den Besitzer eines Grundstückes um Erlaubnis zum Übernachten zu fragen, sollte dies natürlich tun.

Campingplätze gibt es in ausreichender Anzahl in allen Teilen Österreichs, wobei Größe und Ausstattung sehr unterschiedlich sind. Auch die Preise schwanken stark.

Touristische Erschließung: In Österreich gibt es sowohl Gebiete, die von Touristen überlaufen sind, als auch - man sollte es nicht glauben - wo selbst ein Besucher oder Wochenendausflügler aus Wien schon Aufsehen erregt. Ich persönlich bevorzuge - wie ihr euch sicher denken könnt - letztere.

Straßenzustand und Orientierung: In Österreich hat der Straßenverkehr in allgemeinen und der Transitverkehr im besonderen natürlich in den letzten Jahren sprunghaft zugenommen. Mit dem Ausbau des Autobahn- und Schnellstraßennetzes hat sich aber gleichzeitig das Verkehrsaufkommen auf den ehemaligen Bundesstraßen überall dort, wo es eine parallelführende Autobahn gibt, stark verringert. Da Autobahnen in Österreich Mautpflichtig sind (Vignette), versucht man natürlich alles, um die Autofahrer zu deren Benutzung zu zwingen. Sprich: Ins Bundesstraßennetz wird kaum noch Geld investiert, neue Ortsumfahrungen gibt es praktisch nicht mehr, und die Ortsdurchfahrten werden, oft sogar mit Bodenschwellen und Kopfsteinpflaster, rückgebaut. Wer sich also mautfreie, autobahnfreie Strecken quer durch Österreich sucht, wird zwar mit landschaftlichen Schönheiten und relativ wenig Verkehr belohnt, muß dafür aber lange Fahrzeiten und Durchschnittsgeschwindigkeiten um die 40 km/h einkalkulieren. Wer zu Mittag in Osttirol abfährt und am Abend in Wien sein will, sollte lieber auf den Autobahnen bleiben - (Hallo Anni, Edgar und Etienne!) . Ein weiteres Problem: Wer auf der ehemaligen B17 Richtung Kärnten fährt, wird einen Wegweiser "Klagenfurt" vergeblich suchen. Im günstigsten Fall ist der nächste größere Ort ausgeschildert (Wiener Neustadt, Neunkirchen, Mürzzuschlag,...), oft nicht einmal das: Immer versuchen einen die Wegweiser auf die Autobahn oder Schnellstraße zu lotsen. Ohne gute Straßenkarte tut man sich da schwer!

Einkaufen: Wie in den meisten Ländern Mitteleuropas ist die lokale Nahversorgung durch Einzelkaufleute immer mehr von überregionalen Handelsketten zurückgedrängt worden. Während mittlerweile selbst in den kleineren Städten im Ortszentrum die Geschäfte leerstehen oder sich bestenfalls noch ein paar Familienbetriebe mit langer Tradition halten, wuchern an den Ortseinfahrten die Gewerbegebiete, von denen eines gleich aussieht wie das andere: Links und rechts Parkplätze, Supermärkte, Schuhgroßmärkte und Baumärkte, dazwischen der unvermeidliche Kreisverkehr an der Einfahrtsstraße, und irgendwo zur Draufgabe noch die amerikanische Hamburgerkette mit Drive-In. Abgrundtief häßlich, aber unbestrittenerweise kann man hier günstig einkaufen, wenn man nicht gerade Freitagnachmittag oder Samstagvormittag hierher kommt, wo man unter Umständen keinen Parkplatz mehr bekommt.

Wasserversorgung: Manchmal könnte man meinen, je wasserreicher ein Land sei, desto schwieriger sei es, eine öffentliche Wasserstelle zu finden. Kommt man z.B. von Italien oder einem anderen südlichen Land zurück nach Österreich, staunt man über die vielen Flüsse und Bäche, die auch im Hochsommer sprudeln. Gleichzeitig sind die öffentlichen Wasserstellen mitten im Ort, die man zuhauf etwa in Griechenland findet, hier kaum zu finden. Auf dem Hauptplatz gibt es zwar vielleicht einen Brunnen, an dem allerdings ein Schild "Kein Trinkwasser" prangt.