
Als wir von Mega Spileon weiterfahren, haben wir unsere erste kleine "Panne" mit dem Auto: Die Campingbatterie ist leer, weil sich das Massekabel des Batterietrennrelais gelockert hatte und folglich diese Batterie während der Fahrt nicht mitgeladen wurde. Nach einer Viertelstunde ist das Problem behoben, und wir fahren weiter.
In Diakofton machen wir einen Stop zum Einkaufen, dann geht es weiter nach Aigion, wo wir kurz bei der über 2000 Jahre alten Platane halten und dann zur Fähre weiterfahren. Wir haben Glück: Das Schiff geht in 35 Minuten. Positive Überraschung: Die (staatlich betriebene und geförderte) Fähre kostet nur 14 Euro. Während der Fahrt, die eine knappe Dreiviertelstunde dauert, "flirtet" Martin mit den anderen Passagieren der ehemaligen Bodenseefähre, wo an den Wänden noch immer Landschaftsaufnahmen aus der Schweiz hängen.
Am Festland angekommen fahren wir in Richtung einer Bucht, die uns von Rudi und Erika empfohlen wurde, wo aber leider ein deutsches Wohnmobil bereits den einzigen (Schatten-)platz belegt. Wir suchen zwar nach einer Alternative, ohne aber an dieser steilen, mit Badeplätzen nicht gerade sehr gesegneten Küste fündig zu werden. Vor Itea ist das gesamte Küstengebiet sowieso nur ein einziger, riesiger Tagbau, sodaß wir, ohne an diesem Tag zum Baden zu kommen, weiterfahren.

Unser nächstes Ziel ist Delphi, jedoch schrecken uns die dutzenden Touristenbusse und der Ort, in dem es nur so von "original-griechischen" Souvenirläden so wimmelt, derart ab, daß wir frustriert weiterfahren, um an diesem Tag doch noch etwas Interessantes zu erforschen. In den Bergen hoch über Delphi werden wir fündig: Die Korkyrische Grotte, zu der man bis auf wenige Meter zufahren kann, ist eine positive Überraschung. Weit geräumiger als erwartet, mit interessanten Tropfsteinformationen. Vor der Höhle, in 1300 Metern Höhe, ist es sehr idyllisch. Keine Seele weit und breit, aus dem Hochtal weit unter uns dringt das Gebimmel der Ziegen herauf.

Wir setzen die Fahrt nach Norden durch den Nationalpark fort. Überall, wo wir vorbeikommen, werden Feriensiedlungen errichtet - in einem Nationalpark? Typisch Griechenland. Bei einer Wasserstelle hoch in den Bergen übernachten wir.

Freitag, der 13.Tag unserer Reise ist unser Glückstag. Heute sollen wir einen der schönsten Schlaf- und Badeplätze unserer ganzen Reise entdecken. Nachdem uns in der Früh das Winseln eines streunenden, hinkenden, räudigen Hundes geweckt hat, fahren wir weiter nach Norden in die Ebene und anschließend auf der alten, zum Teil verwegen trassierten Paßstraße über die Thermopylen nach Lamia.
Ohne Stop geht es weiter entlang der Küste Richtung Volos, und irgendwo in diesem Bereich (ich sag nicht, wo) finden wir eine Traumbucht, von der uns Rudi und Erika erzählt haben. Unter schattigen Olivenbäumen parken wir den Bus, und am Strand baue ich das Sonnensegel und darunter das Planschbecken für unseren Kleinen auf. Am Anfang ist er noch etwas ängstlich, dann will er gar nicht mehr aus dem Wasser raus und verbringt den restlichen Nachmittag darin. Auch zum Schnorcheln ist der Platz sehr schön.
Am Abend treffen wir noch ein nettes, älteres Ehepaar aus Schottland mit einem Camper, das beim Abendspaziergang bei uns vorbeikommt. Etwas später machen wir noch einen Gegenbesuch bei ihnen am anderen Ende der Bucht und plaudern über Camping in Schottland und Irland - zwei unserer favorisierten zukünftigen Reiseziele.
An diesem Abend lassen wir es uns so richtig gut gehen, und ich köpfe die letzte, von zuhause mitgebrachte Flasche Dunkles Zwettler. Aber gleichzeitig empfinden wir etwas Wehmut: Sind es wirklich nur noch einzelne, ganz wenige Plätze wie diesen, wo das Griechenland, das wir von früher kennen, existiert?