Griechenland 2003: Östlicher Peloponnes.

10.Tag (Dienstag, 3.6.2003) - km. 97601


Monemvasia ist nur durch eine schmale Brücke mit dem Festland verbunden

Blick von der Unterstadt zur Festung

Gleich nach dem Frühstück, noch bevor der große Besucheransturm beginnt, fahren wir bis vors Tor von Monemvasia. Wir streunen durch die Stadt, bewundern die schöne, alte, venezianisch anmutende Bausubstanz, die vielen Blumen, und Martin ist ganz angetan von den Katzen, einem Pferd und einem Esel, die wir sehen.


Inmitten der Ruinen auf dem Felsen von Monemvasia steht diese alte Kirche

Der Rückweg auf den abgetretenen, glatten Stufen ist beschwerlich

Wir steigen auch zu den Ruinen der Festung hinauf, doch leider wird es inzwischen schon sehr heiß, sodaß Martin unruhig wird und wir schon sehr bald wieder in die Stadt zurückgehen. Am Abstieg schläft unser Kleiner ein, wir kämpfen etwas mit den von tausenden Füßen glatt geschliffenen Treppenstufen und beschließen, "zur Feier des Tages" essen zu gehen.

Obwohl Martin nur kurz geschlafen hat, ist er gut aufgelegt, vor allem wegen der Katze, die um uns herumschleicht und sich von ihm füttern läßt. Wir genießen den Fisch mit Knoblauchsauce und die Kalamari, dann fahren wir ein Stück Richtung Süden aus der Stadt, um noch Fotos zu machen.

Wir fahren über Nebenstraßen - zum Teil geschottert - nordwärts Richtung Plaka. Bis auf zwei kurze Abschnitte ist aber schon alles, was auf der Karte noch "weiß" ist, schon asphaltiert. Unterwegs bekommen wir Gelegenheit, unsere Wasservorräte aufzufüllen: Aus einem Hochdruckrohr sprüht bei einem Haarriß eine Wasserfontäne heraus - gut geeignet, um unsere Kanister wieder zu füllen.

Danach geht es weiter entlang der Ostküste, auf der Suche nach einem Schlaf- und Badeplatz. Doch leider sind die Buchten entweder nicht mit dem Auto zugänglich, oder es stehen schon andere Camper trotz ausdrücklicher "NO CAMPING" - Schilder da (das tun wir aus Prinzip nicht), oder die Strände sind mitten im Ort. Frustriert fahren wir weiter. Der letzte mögliche Strand kurz vor Nafplion ist eine Müllhalde. Wir geben auf und fahren gleich weiter nach Mykaene, wo wir uns direkt auf den Parkplatz neben den Ausgrabungen hinparken. Man wird hier ja wohl keine potentiellen Besucher wegschicken! Wir planen, früh aufzustehen und morgen gleich um 8h vor den anderen Besuchern die Ausgrabungen zu besichtigen.

 

11.Tag (Mittwoch, 4.6.2003) - km. 97806



Die Löwen über dem Tor sind das einzige, was man in Mykaene fotografieren kann, ohne daß einem Touristen ins Bild latschen

Ausgerechnet heute schlafen wir länger. Wir schaffen es erst, gegen 9h am Gelände zu sein. Die ersten Touristenbusse sind auch schon da und die Leute latschen einem ständig ins Bild. Am Interessantesten finden wir den in der Vorburg gelegenen unterirdischen Zugang zur Zisterne, auch das Grab der Klytemnestra können wir noch in Ruhe ansehen, doch beim Schatzhaus des Artreus (vulgo Grab des Agamemnon) sind bereits drei Busse voller Schüler mit uns gleichzeitig da, sodaß wir die Flucht ergreifen.

Etwas frustriert machen wir uns auf den Weg in die Berge, wo wir uns einen schattigen Platz zum Mittagessen erhoffen. Aber wir werden enttäuscht. Auch hier kaum Schatten. Erst kurz hinter Kleitora finden wir eine hübsche Wassestelle. Nach ausgiebiger Rast merken wir beim Weiterfahren, daß wir im letzten Ort die falsche Abzweigung genommen haben, kehren um und setzten den Weg nach Kastria fort.


In der Seenhöhle hat das Wasser kleine Sinterterassen geschaffen

Die dortige "Seenhöhle" ist eher enttäuschend für uns. Sie ist jedenfalls ihre 7€ nicht wert: Obwohl an der Kassa nichts davon angeschrieben ist, ist fotografieren verboten, wie man uns in der Höhle erklärt (da hätten wir die schwere Fototasche nicht mitschleppen brauchen!). Der Führer spricht außer griechisch nur griechisch (und selbst da verliert er kaum ein Wort und beschränkt sich darauf, stumm vor der Gruppe herzulatschen), die Hälfte der Scheinwerfer funktioniert nicht, sodaß es in der Höhle eher dunkel ist. Außerdem ist um diese Jahreszeit der Großteil der unterirdischen Seen ohne Wasser. Schade.


Als die alte Brücke über die Schlucht vom Hochwasser beschädigt wurde, baute man weiter nördlich einfach eine neue

Dann geht es weiter nach Kalavrita, und hier gleich die nächste Enttäuschung: Die Zahnradbahn Diakofton-Kalavrita ist wegen Reparaturarbeiten außer Betrieb. Heute sind wir nicht gerade von Glück verfolgt. Aber wir machen das beste daraus und beschließen - es ist jetzt kurz vor 18h - zu Fuß wenigstens den oberen Teil der Schluchtstrecke zwischen Mega Spileon und der nächsten Ausweiche zu erkunden. Ich kenne diese Strecke ja schon von früheren Reisen, für Martin und Romy ist sie neu.


Unterwegs kommt bei einem Brunnen das Wasser direkt aus dem Baum

Als wir zum Auto zurückkommen, ist es schon acht vorbei. Wir essen zu abend - Suppe und das Brot, das wir heute früh frisch gekauft haben und von dem wir während der Fahrt schon mangels Mittagsrast die Hälfte verspeist hatten. Die Nacht verläuft - wir bleiben genau gegenüber dem Bahnhof Mega Spileon im scheinbar verlassenen Ort stehen - bis auf das Gekläffe eines kleinen Hundes sehr ruhig und ausnahmsweise ohne lästige Gelsen.

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