
Heute ist der erste wirklich heiße, hochsommerliche Tag in Griechenland. Wir brechen gegen Viertel zehn von unserem Schlafplatz auf - wie üblich nach reichhaltigem Frühstück - und fahren zunächst weiter nach Areopolis und zur Höhle von Pirgos Dirou... - einer der Hauptsehenswürdigkeiten der Gegend. Mit kleinen Booten wird man hier durch eine auf Meeresniveau liegende Höhle geschippert. Es soll sehr sehenswert sein.
Leider werden wir nie erfahren, ob das stimmt. Vor uns zuckelt ein norddeutsches Wohnmobil die Straße Richtung Höhle hinunter, die von Souvenirständen gesäumt ist. Woher soll man in der Lüneburger Heide auch Bergfahren lernen? Dann sperrt plötzlich ein Schranken den Weg: Noch bevor man zum Parkplatz der Höhle kommt, muß man schon Eintritt zahlen. 12 Euro pro Person... - wir wenden uns mit Grauen. Solch einen Wucher haben wir nicht einmal in Slowenien erlebt.
Wir fahren lieber weiter, bewundern - abseits der Hauptstraße die Wohntürme in den kleinen Dörfern der Mani und machen uns auf die Suche nach den Überresten der Festung Maina, nach der die Halbinsel ihren Namen hat. Wir fahren vorerst einmal nach Mezapos, wo wir scheinbar die richtige Abzweigung verpassen und stattdessen auf der schlimmsten Piste landen, die ich seit vielen Jahren gefahren bin. Aber die Richtung stimmt! Nach einigem Herumprobieren landen wir "am Ende der Welt" - auf einer Halbinsel, wo nur noch ein Fußpfad über eine kahle, steinige Landbrücke zur ehemaligen Festung führt.

Insgesamt sind wir hin und zurück zwei Stunden unterwegs. Das Innere der alten Festung ist hochinteressant, deutlich erkennbare Reste einer dreischiffigen Basilika, Säulenreste und Gräber. Wir umrunden die Halbinsel, wo die Felsen an drei Seiten steil, zum Teil überhängend, zum Meer abfallen. Nur an einer Seite, die durch eine starke Mauer gesichert war, kann man die Halbinsel betreten. Dann gehen wir über die unwirtliche, karge Steinwüste zurück zum Bus.

Auf der Suche nach einem schattigen Platz fahren wir weiter bis ein Stück hinter Vathia, dem "Vorzeigedorf" der Mani, das zum Teil renoviert wurde und wo man einzelne der Wohntürme zu Hotels umgebaut hat. Zunächst machen wir auf einem Hügel über dem Ort den obligatorischen Fotostop und sind somit der 25431. Tourist, der exakt das gleiche Motiv (siehe oben) auf Film gebannt hat. Dann bleiben wir ein Stück weiter an einem Aussichtspunkt bei einem kleinen Holzpavillon stehen, wo wir zu Mittag essen.

Der Nachmittag verbringen wir mit einer Fahrt zur Südspitze der Mani, wo die Landschaft immer karger und unwirtlicher wird. Es gibt keinen Schatten, keine Bäume mehr; nur mehr die typischen Wohntürme in den Dörfern. Strände gibt es hier auch keine mehr, meist käme man nicht einmal mehr mit einem Geländewagen in die Nähe des Wassers.

An der Südspitze der Mani, nur noch wenige hundert Meter vom Kap entfernt, gibt es ein interessantes Poseidon-Heiligtum und Totenorakel. Leider auch hier kein Schatten, sodaß wir nach der Bisichtigung weiter zurück Richtung Githion fahren.

Die Suche nach einem Schlafplatz gestaltet sich schwierig. Überall Steilküste oder Ortschaften. Unterwegs besichtigen wir noch einen der sehr interessanten Friedhöfe: Aufgrund des steinigen Bodens werden die Toten hier in kleinen Häuschen bestattet, die ein wenig an die Wehrtürme erinnern. In der Tat sind es soviele "Totenhäuschen" wie Türme in dem Ort, den wir besuchen.

Schließlich fahren wir, vorbei an einem hübschen, kleinen Kirchlein, auf der Ostküstenstraße Richtung Kotronas. Ein Stück dahinter schlängelt sich die einspurige Straße einen Berg hinauf, und dann plötzlich... wissen wir, wofür die EU die Gelder von Nettozahlern wie Österreich sinnvoll einsetzt: Hier gibt es, von der Union gefördert, eine kilometerlange, zwölf Meter breite Asphaltpiste, die im Nichts beginnt und im Nichts endet. Kubikmeter Fels wurden weggesprengt, dennoch lassen die engen Kurvenradien trotz großer Straßenbreite kaum mehr als 60 km/h zu. Wir essen in einem kleinen Steinbruch zu abend, wollen dann aber doch nicht in dieser Einsamkeit übernachten und fahren zurück nach Kotronas, wo wir an der Strandpromenade für die Nacht parken.
Da wir sowieso ein Stück zurückgefahren sind, nutzen wir die Gelegenheit, in dem oberhalb von Kotronas gelegenen Dörfchen Flomochori noch einen kleinen Stadtspaziergang zu machen.
Danach fahren wir weiter über Githion (das ein überlaufenes Touristenkaff ist), bis zu einem Strand ca. 10 km dahinter, am Beginn des Evrotas-Deltas, wo ein großes Schiffswrack im Sand liegt. Hier gibt es eine ausgiebige Rast mit Baden, Sandspielen, Schnorcheln, Mittagessen und einer Erforschung des leider schon sehr rostigen Wracks.

Am Nachmittag verbringen wir noch ein paar Stunden entspannt am Strand. Romy entdeckt am anderen Ende der Bucht einige Quellen, wo wir mit uns mit Süßwasser waschen können, dann machen wir uns erfrischt auf die Suche nach a) einer Tankstelle, b) einem Supermarkt und c) einem Schlafplatz. Nachdem wir bei a) und b) rasch fündig werden (einen d) Bankomaten haben wir auch noch entdeckt) - fahren wir mangels c) gleich zu unserem nächsten Ziel weiter: Monemvasia! Die Straße dorthin ist erstaunlich gut ausgebaut, sodaß wir früher ankommen als erwartet. Direkt am Ufer der Bucht, neben mehreren Rohbauten, finden wir einen ruhigen Schlafplatz.