Venedig-Runde 2002: Rückreise durch Österreich.

14.Tag (Montag, 5.8.2002) - km. 92956

Auf der heutigen Etappe werden wir wieder einmal darin bestärkt, daß Kärnten der sonnigste Flecken Österreichs ist. Während wir hier nämlich noch traumhaftes Wetter genießen können, beginnt es schon im Murtal wieder zu regnen, und so bleibt es dann auch für den Rest der Strecke.

Zuvor aber nützen wir in Kärnten noch die Gelegenheit zu einer kleinen Wanderung, bei der wir wieder einmal eine Burgruine besichtigen: Die etwas abgelegene Ruine Hornburg bei Eberstein. Wieder einmal erleben wir eine Wanderung, bei der wir keinen einzigen anderen Menschen treffen, und auch auf der Burgruine, die zwar nicht wirklich öffentlich zugänglich ist, in die man aber durch ein Loch im Zaun leicht hineinschlüpfen kann, treffen wir niemanden an.

Nach der Rückkehr zum Bulli essen wir eine Kleinigkeit und fahren dann weiter nach Norden, über den Neumarkter Sattel ins Murtal. Es beginnt zu regnen, und wir überlegen schon, ob wir uns hier irgendwo einen Schlafplatz suchen sollen. Ein Stück vor Unterzeiring sehen wir sogar einen recht gut geeigneten Parkplatz etwas abseits der Straße, entschließen uns aber - da Martin gerade schläft und wir die Zeit nutzen wollen, um noch etwas weiterzukommen - dann doch noch weiterzufahren. So gelangen wir über den Triebener Tauern schließlich bis zur Kaiserau wenige Kilometer vor Admont, wo wir uns auf einem Parkplatz für die Nacht einparken, in der Hoffnung, morgen besseres Wetter zu haben und doch noch eine Wanderung machen zu können.

.

15.Tag (Dienstag, 6.8.2002) - km. 93113

Eigentlich wollten wir ja an diesem Tag nur bis ins Mariazellerland fahren und dort noch einmal über Nacht bleiben, um erst im Laufe des Mittwoches nach Wien zurückzukehren. Aufgrund des schlechten Wetters entschließen wir uns dann aber, doch noch am Abend weiterzufahren und direkt nach Hause zurückzukehren.

Doch der Reihe nach: Nach dem Aufstehen ist der Himmel bewölkt, aber es ist trocken. Wir frühstücken und suchen uns anschließend auf der Wanderkarte eine mögliche Route aus. Unsere Wahl fällt auf die Oberst-Klinke-Hütte als Ziel. Dorthin führt zwar auch eine Mautstraße, aber wir wollen die Strecke zu Fuß bewältigen.

Beim Aufstieg wird das Wetter zunehmend immer schöner, zeitweise kommt sogar kurz die Sonne heraus. Doch gerade, als wir am Ziel angekommen sind, zieht eine schwarze Wolkenfront über dem Bergkamm auf, und bitten Minuten beginnt es zu regnen. Im Laufschritt machen wir uns auf der Straße auf den Rückweg. Neben uns hält ein Auto, und eine sehr nette Frau bietet mir an, mich und Martin zum Bus zurückzubringen. Den klatschnassen Sweep möchte natürlich niemand im Auto haben... (wir auch nicht), und so bleibt Romy mit ihm zurück.

Beim Bulli angekommen bedanke ich mich herzlich und fahre sofort los. Obwohl ich bei der Mautstelle erkläre, daß ich nur meine Frau, die im strömenden Regen zurückgeblieben ist, abholen möchte, kennt man dort kein Erbarmen: Ich muß beinhart die 5 Euro Mautgebühr berappen. Na ja, die Verwaltung der Straße obliegt ja dem Stift Admont, und die Benediktiner waren ja immer schon für ihre Geldgier bekannt.

Schon wenige hundert Meter weiter kommt mir Romy mit Sweep im Laufschritt entgegen. Kaum fünf Minuten, nachdem ich für die "Bergfahrt" bezahlt habe, bin ich auch schon wieder an der Mautstelle. Die Wartezeit, bis sich jemand dazu bequemt, aus dem Haus zu kommen und den Schranken zu öffnen, ist länger als das Vergnügen, auf dieser Straße zu fahren.

Wir parken nochmals dort, wo wir heute übernachtet haben, um uns trockene Sachen anzuziehen. Viele, die das Kriterium erfüllen, sowohl sauber als auch trocken zu sein, haben wir nicht mehr. Sweep macht es sich auf einem Stapel davon bequem, womit wir überhaupt nur mehr die Wahl zwischen naß und schmutzig haben. Nein, von Regen und Kälte haben wir genug für diesen Urlaub. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir auch noch nicht, daß es einige Tage weiterregnen wird, was schließlich zur großen Hochwasserkatastrophe 2002 führen soll.

Wir fahren weiter, mehr oder weniger ohne Zwischenstop. Regen, Regen, Regen. Hinter Mariazell, im Halltal, machen wir noch eine Pause zum Abendessen. Im Dunkeln fahren wir auf direktestem Weg Richtung Wien. Am Gerichtsberg bei Hainfeld brauche ich noch einmal eine Pause - Martin schläft schon fest. Der heutige Tag geht schon hart an die Substanz... - und endlich, gegen 23h ist es geschafft: Wir parken uns bei Kilometerstand 93358 nach insgesamt 2055 Kilometern zuhause in Wien ein.


Trotz des etwas verregneten Beginnes und Schlusses war es alles in allem ein netter Urlaub - nicht unbedingt der großartigste, den wir je hatten, aber doch sehr erholsam. Außerdem waren viele Dinge für uns eine "Premiere". Martin jedenfalls hat den Bulli so liebgewonnen, daß ihm nach der Rückkehr die Umstellung auf das Leben "zuhause" wesentlich schwerer fällt als die Umgewöhnung an den Bus am Anfang des Urlaubs - eine Erfahrung, die wir auch im folgenden Jahr wieder machen werden.

Anfang